Technische Informatik

Der deutsche Dipl. Ing. galt lange Zeit in der Welt als Merkmal der Qualität, doch mit dem Bologna-Prozess wurde er abgeschafft. Die Nachfolge treten viele technisch basierte Fächer an, darunter die technische Informatik. Immer wieder bekommen interessierte Studierende auf Infoveranstaltungen zu hören, sie würden nun dieselben Inhalte des alten Studiengangs vermittelt bekommen und könnten anschließend auch die gleichen Stellen annehmen. Die technische Informatik verbindet viele technische Zusammenhänge mit der Informatik und macht daraus das ideale Studienfach für jeden, der Interesse an der Informatik zeigt und in der Schulzeit vor allem im naturwissenschaftlich-technischen Bereich große Stärken aufwies.

Wer in der technischen Informatik erfolgreich sein will, sollte einerseits grundlegende Kenntnisse der Informatik mitbringen und bereits mit einigen Programmiersprachen gearbeitet haben. Dies kann im Rahmen des Schulunterrichts gewesen sein, man kann sie sich aber auch selbst beigebracht haben. Wichtig sind für den Studienbeginn beispielsweise HTML, PHP oder MySQL. Auch vor dem Einsatz anderer Betriebssysteme sollten Studierende nicht zurückschrecken. Ferner sollten sie ein gewisses Interesse an der Physik und insbesondere an der Elektrotechnik mitbringen, denn diese Fächer werden sie auf jeden Fall belegen müssen. Mathematische Kenntnisse sind genau wie für jedes andere Informatikstudium auch eine absolute Grundvoraussetzung. Studieninteressierte sollten sich zudem auf praktische Phasen in allen Fächern außer der Mathematik vorbereiten, denn Experimente machen einen zentralen Bestandteil des Studiums aus und gelten häufig auch als benotete Leistung.

Die technische Informatik wird inzwischen an vielen Hochschulstandorten angeboten. Zu finden ist sie vor allem an Fachhochschulen, da diese den Anspruch haben, stark praxisorientiert zu arbeiten und nicht lediglich wissenschaftliche Theorien zu vermitteln. Allerdings sollten sich Informatik-Interessierte nicht zu sehr darauf verlassen, dass sie in der technischen Informatik nur programmieren und die übrigen Fächer dem schulischen Niveau ähneln. Gerade die Mathematik kann Studierenden zu schaffen machen, sodass sie sich am besten frühzeitig um Nachhilfe oder Lerngruppen kümmern, wenn sie bemerken, dass sie nicht mehr richtig mitkommen. Auch in Physik und Elektrotechnik müssen viele Studierende vertiefende Arbeit leisten, denn das schulische Anforderungsniveau wird übertroffen.

Beruflich können technische Informatiker in jeden Bereich einsteigen, der spezialisierte Softwarelösungen für technische Probleme erfordert. Im Studium werden sie ein umfassendes Spektrum an Wissen aus naturwissenschaftlich-technologischen Bereichen erhalten haben und können damit in diverse Bereiche der Wirtschaft und Forschung einsteigen. Es ist jedoch kein Muss, beim technischen Bereich zu bleiben – die Informatik wird auch in vielen anderen Bereichen der Wirtschaft gebraucht, sodass man nach dem Studium immer noch umsteigen kann.